Ich habe schon immer Probleme damit, mein Gewicht zu halten. Klar, denn Essen ist Lebensfreude und Bewegung strengt an. Also muss immer wieder korrigiert werden.

Zuletzt habe ich abgenommen, indem ich auf meine Energiebilanz geachtet habe.

Im nachfolgenden Diagramm zeigt sich das Auf und Ab meines Gewichts.

Gewichtsverlauf von 2006 bis heute

Eigentlich müsste ein Jojo-Effekt erstrebenswert sein

Man redet ja gerne vom „JoJo-Effekt„. Wer schnell abnimmt, nimmt auch schnell wieder zu. Eigentlich ist der Vergleich merkwürdig. Denn ein Jojo schwingt ja periodisch gleichmäßig und die Amplitude wird durch die Reibung im zeitlichen Verlauf immer geringer, bis das JoJo schließlich im unteren Tiefpunkt zum Stillstand kommt. Ware das nicht wünschenswert?

Das Problem ist der ansteigende Sägezahn

Mein Gewichtsverlauf gleicht eher einem Sägezahn (leider mit ansteigender Tendenz). Wenn ich abnehme, dann geht das schnell. Denn zu Beginn der Diät bin ich motiviert. Es muss schnell gehen und ich kann mich gut zurückhalten. Ist dann das Zielgewicht erreicht, lässt die Disziplin nach und es geht stetig wieder nach oben. Bei rund 90 kg ist für mich die obere Grenze dessen erreicht, was ich ertragen kann und das Spiel beginnt von vorne.

Wie ungesund ist der JoJo-Effekt?

Es gibt Säugetiere bei denen enorme Schwankungen beim Gewicht völlig normal sind. Der Körper von Winterschläfern muss jedes Jahr ein Auf und Ab von bis zu 50 Prozent verkraften. Auch bei anderen Säugern ist es alltäglich, im Winter etwas zuzulegen. Für uns Menschen scheint das offensichtlich leider nicht zu gelten, denn unser Herz leidet möglicherweise darunter. Klar: Nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich. Aber interessieren würde es mich schon, warum sich unser Körper mit diesen Schwankungen so schwer tut.

Allerdings muss man auch sagen, dass die Aussage in der Regel wie folgt lautet: Leichtes Übergewicht ist weniger schädlich als das ständige Auf und Ab im Jo-Jo-Effekt. Viel besser sei es, seine Essgewohnheiten umzustellen.

Das kleinere Übel?

Aber was ist, wenn man die Wahl hat zwischen dauerhaft zu stark übergewichtig oder nur ab und zu zu stark übergewichtig? Wenn man seine Essgewohnheiten nicht umstellen will oder nicht kann? Denn nichts ist schwieriger als eingefahrene Gewohnheiten umzustellen. Daher habe ich mich dazu entschlossen, immer wieder mal nach unten zu korrigieren, wenn der BMI mal wieder in Richtung 30 (Beginn Adipositas Grad 1) geht.

Zum Weiterlesen

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/diaeten-jojo-mortale-1.3250645

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/jojoeffekt-100.html

Veröffentlicht von Andreas

Drehstuhlpilot mit Vorliebe für energiereiches Essen und wenig Drang zur Bewegung im Duell gegen das Übergewicht.

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1 Kommentar

  1. Lieber Herr Horneber,
    Gratulatione! Das Experiment scheint geglückt zu sein. Gewichtsschwankungen zwischen 71 und 75 kg über ein Jahr gesehen ist völlig ok. – sagt mir mein Gefühl. „Essen ist Lebensfreude“, ja, das ist völlig richtig aber nur, wenn es keinen Schaden anrichtet. Sauerstoff, Wasser und Nahrung sind der Dreiklang für das Überleben. Aber wann kommt die Lebensfreude? Vielleicht hängt es direkt mit der Fähigkeit zum Genießen zusammen. Das Genießen beginnt im Kopf! Bekanntlich sind wir alle sehr gut genährt und können auch ziemlich alles essen. Aber wie hoch ist das Genussniveau beim Essen? Genuss kann man trainieren und der Erfolg ist nicht von der Menge der Essration abhängig.
    Aber wie kann ein Genusstraining ausschauen? Sollten wir mal ein Lehrkonzept für einen IHK-Genussmanager aufsetzten?
    Gruß
    Eberl

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