Pizza ist ein tolles Essen und überall beliebt, gilt gemeinhin aber als wenig gesunde Ernährung. Bei uns kommt sie regelmäßig auf den Tisch. Denn die Pizza ist eine hervorragende Möglichkeit, Reste zu verwerten. Und je nach Zeit, die man hat geht es auch superschnell.

Rezepte für die „perfekte“ Pizza gibt es genug. Da braucht es kein weiteres. Daher möchte ich ein paar Tipps und Tricks an die Hand geben, die auf meinen „Lessons learned“ beruhen und je nach Zeit- und Materialeinsatz verschiedene Qualitäten für Pizzen möglich machen – Von quick & dirty bis zur Zelebration. 

Der Teig

  • 500 g Mehl Typ 00
  • 250 g doppelt gemahlener Hartweizengrieß (z. B. Semola)
  • 15 g Salz
  • 30 g Hefe
  • 500 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Zucker

Das Mehl des italienischen Typ 00 und auch den doppelt gemahlenen Hartweizengrieß bekommt man z. B. in italienischen Spezialiäten-Supermärkten oder in C&C-Märkten wie der Metro. Solltest du Mehl und Grieß nicht bekommen, würde ich stattdessen das Mehl unserer Type 550 benutzen. Dieses ist inzwischen in allen Supermärkten gut erhältlich. Ansonsten geht die Standard-Type 405 aber auch. Der Grießanteil lässt sich ebenso einfach durch Mehl ersetzen.

Hefe frisch oder nicht? Ich nutze in der Regel die getrocknete Hefe, die wir immer im Haus haben. Wenn die Pizza länger geplant ist, nehme ich einen Würfel frische Hefe beim Einkaufen mit. 

Die Verarbeitung

Die Zutaten in eine Schüssel geben. Die Hefe kann man mit einem Teil des Wassers und einer Prise Zucker in einer kleinen Schale vorab auflösen und schon ein bisschen angähren lassen.

Jetzt geht es ans Kneten und das ist meiner Meinung nach der wichtigste Schritt.

Der Teig muss homogen und geschmeidig sein und sich von der Wand lösen (Hier allerdings ein Hefeteig mit Milch)

Anfangs habe ich unser Rührgerät verwendet. Leider hat das nach einiger Zeit immer einen unschönen Geruch von sich gegeben. Die Leistung dieser Geräte ist für einen ordentlichen Teig einfach zu gering. Seit einem Jahr haben wir nun eine Küchenmaschine. Damit geht das deutlich besser. 

Portionierte Teiglinge

Es ist wichtig, dass der Teig lange geknetet wird (rund 10 Minuten). Zunächst auf niedriger Stufe vermischen und dann auf einer hohen Stufe den Teig ordentlich durchkneten. Das muss so lange geschehen, bis er schön homogen ist und sich von der Wand der Schüssel rückstandsfrei löst. 10 Minuten sind sicher kein Schaden. Der Teig ist sehr weich und es mag anfangs der Eindruck entstehen, es wäre zu viel Wasser drin. Aber mit gut bemehlten Händen lässt er sich hervoragend verarbeiten. 

Die Gährung

Wie lange muss der Teig gehen?

In der Regel heißt es: Mindestens zwei bis drei Stunden. Es kann aber auch länger sein. Auch gibt es die Möglichkeit, den Teig im Kühlschrank über Nacht kalt reifen zu lassen.

Aber ich habe gesagt, das Pizza schnell geht?

Der fertige Teig kann aber auch direkt verwendet werden. Auch das funktioniert gut und ist allemal besser als der fertige Teig aus dem Supermarkt. 

Die Soße

Wenn ich Zeit habe, koche ich eine richtige Tomatensoße. Reste kann man gut eingefrieren. Wichtig ist, dass sie eher dickflüssig ist.

Wenn es schnell gehen muss, einfach passierte Tomaten etwas mit Salz und Pfeffer abschmecken. Evtl. noch etwas Oregano hinzugeben. 

Der Belag

Wie schon geschrieben eignet sich die Pizza sehr gut um den Kühlschrank aufzuräumen. Als Belag kann verwendet werden, was schmeckt. Von klassisch Salami & Schinken über gebratenes Gemüse bis zum Pulled Pork. Auch beim Käse darf verwendet werden, was der Kühlschrank hergibt. Er sollte sich halt grundsätzlich zum Überbacken eignen: Z.B. Mozarella, Gouda, Emmentaler. 

Die Pizza in Form bringen und belegen

Es lohnt sich, durch routinemäßiges Üben das Ausbreiten von Hand anzueignen. Insbesondere der Rand wird einfach schöner. Die schnelle und einfache Variante ist es, mit dem Nudelholz den Teig platt zu walzen. Beim Pizza formen alles gut bemehlen, damit der weiche Teig nicht kleben bleibt.

Beim Belag ist der häufigste Fehler: Zu viel davon. Sowohl bei der Soße als auch beim eigentlichen Belag lieber etwas sparsamer umgehen. Eine durchweichte Pizza ist einfach nicht lecker. Bei der Soße reicht es, wenn der Teig noch leicht durchschimmert. 

Das Backen

Pizza-Aufsatz für den Kugelgrill

Pizza mag es heiß. Wenn viel Zeit da ist, benutze ich dafür meinen Pizzaring für den Kugelgrill. Im Grill erreicht man so leicht Temperaturen von 350 bis 400 Grad. Da kommt der Backofen in der Küche nicht hin. Insofern gilt: Maximum Ober-/Unterhitze. Ggf. kann man über die Grillfunktion nochmal etwas mehr erreichen. Im Grill und im Backofen sollte unbedingt ein Pizzastein verwendet werden. Oder die Pizza im Ofen direkt auf den Boden.

Wie kommt die Pizza in den Ofen?

Pizza Salami Schinken
Pizza Salami Schinken

Die Arbeit mit der Pizzaschaufel erfordert einiges an Geschick und Übung. Leichter geht es, wenn du die Pizza auf einem Backpapier belegst und die Pizza mit der Schaufel so in den Ofen bringst. Das Papier kannst du nach 30 Sekunden Backzeit wieder rausziehen und die Pizza direkt auf dem heißen Stein weiterbacken. 

Mittlerweile nutze ich vermehrt aber auch Pizzableche in unterschiedlichen Größen. Zum Vorbereiten von mehreren Pizzen ist das einfach bequemer. Die Pizzen für alle Gäste werden vorbereitet und kommen dann nach und nach in den Ofen. Schöner wird der Boden aber direkt auf dem Stein.

Wenn Teig übrig bleibt? Tiefkühlpizza selbst gemacht

Fertigpizza selbst gemacht

Dass man Hefeteig einfrieren kann, ist ja allgemein bekannt. Ich habe mir aber angewöhnt, gleich ganze Fertigpizzen selbst zu machen. Dafür den Teigrest mit Tomatensoße bestreichen und ca. 20-30 Sekunden backen. Der Boden ist jetzt einigermaßen stabil und lässt sich gut handhaben. Jetzt kann ich die Pizza belegen und ab damit auf einem Backpapier in den Gefrierschrank. Am nächsten Tag wickle ich die gefrorene Pizza in Frischhaltefolie ein. Wenn ich nun mal spontan Lust auf eine Pizza habe, kommt einfach eine meiner TK-Pizzen auf den heißen Stein. 

Wie ungesund ist Pizza?

Eine Pizza mit etwa 200 g Teig (~ 400 kcal) kommt mit ca. 75 g Käse (~ 200 kcal) aus. Dazu würde ich noch Tomatensoße mit 50 kcal rechnen. Kommen wir auf ca. 650 kcal Basis + den gewünschten restlichen Belag.

Veröffentlicht von Andreas

Drehstuhlpilot mit Vorliebe für energiereiches Essen und wenig Drang zur Bewegung im Duell gegen das Übergewicht.

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